Raufasertapete entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für saubere Wände
Raufasertapete entfernen klingt aufwendig – ist es aber nicht, wenn man die richtige Methode kennt. Mit Nagelwalze, warmem Wasser und etwas Geduld löst sich selbst mehrfach übermalte Raufaser sauber von der Wand. Diese Anleitung zeigt, wie es geht – für normale Raufasertapeten und für flüssige Rauhfaser.
Wann muss die Raufasertapete weg?
Raufasertapeten halten viele Jahre, verlieren aber mit der Zeit ihren Reiz. Typische Gründe für das Entfernen sind:
- Die Tapete wurde mehrfach überstrichen und wirkt unregelmäßig oder rissig
- Die Oberfläche hat sich stellenweise gelöst oder wölbt sich
- Ein neuer Wandanstrich oder ein anderer Wandbelag ist geplant
- Der Unterputz soll überprüft oder erneuert werden
Tipp: Grundsätzlich gilt – je mehr Farbschichten über der Raufaser liegen, desto mehr Aufwand ist beim Ablösen nötig. In diesen Fällen empfiehlt sich ein Dampfreiniger oder ein Tapetenablösegerät.
Das benötigen Sie zum Raufasertapete entfernen
- Nagelwalze (Igelwalze): perforiert die Tapete, damit Wasser eindringen kann
- Warmes Wasser + Spülmittel oder fertiger Tapetenablöser aus dem Baumarkt
- Tapezierquast, Schwamm oder Farbroller zum Auftragen des Wassers
- Breiter Spachtel (mind. 20 cm) zum Abziehen
- Schutzfolie und Klebeband für Boden und Sockelleisten
- Eimer und Lappen zum Nachwischen
Optional: Dampfreiniger oder ein leihbares Tapetenablösegerät – beide sind im Baumarkt erhältlich und machen die Arbeit bei hartnäckigen Tapeten deutlich leichter.
Raufasertapete entfernen: Schritt für Schritt
Schritt 1: Boden und Sockelleisten schützen
Legen Sie Schutzfolie vollflächig auf dem Boden aus und befestigen Sie sie mit Klebeband an den Sockelleisten. Nassgewordene Tapetenreste machen den Boden rutschig und hinterlassen Kleisterflecken – der Schutz lohnt sich immer.
Schritt 2: Tapete mit der Nagelwalze perforieren
Fahren Sie mit der Nagelwalze gleichmäßig über die noch trockene Tapete. Die kleinen Nadeln reißen die Oberfläche auf, sodass das Einweichwasser in den Kleister darunter eindringen kann. Diesen Schritt nicht überspringen – gerade bei mehrfach überstrichener Raufaser ist er entscheidend.
Schritt 3: Tapetenablöser oder Wassergemisch auftragen
Mischen Sie warmes Wasser mit reichlich Spülmittel oder verwenden Sie einen fertigen Tapetenablöser. Tragen Sie die Flüssigkeit mit einem Quast, Schwamm oder Farbroller abschnittsweise (ca. 1–2 m²) auf. Lassen Sie das Mittel mindestens 10–15 Minuten einwirken. Die Tapete sollte sich leicht durchfeuchten und leicht aufwölben.
Schritt 4: Tapete abziehen und Reste entfernen
Setzen Sie den Spachtel unter die eingeweichte Tapete und ziehen Sie sie in großen Bahnen ab. Arbeiten Sie von oben nach unten. Hartnäckige Stellen erneut einweichen. Kleisterreste an der Wand mit einem feuchten Schwamm oder Spachtel entfernen.
Schritt 5: Wand trocknen lassen
Wischen Sie die Wand mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch nach und lassen Sie sie mindestens 24 Stunden trocknen, bevor Sie neu tapezieren, spachteln oder streichen. Bei dicken Kleisterschichten kann es länger dauern.
Raufasertapete mit Dampfreiniger entfernen
Der Dampfreiniger ist die schnellste Methode – besonders bei Raufaser, die mehrfach gestrichen wurde. Gehen Sie dabei so vor:
- Dampfreiniger auf die Tapete halten (ca. 20–30 Sekunden pro Abschnitt)
- Bearbeiteten Bereich sofort mit dem Spachtel abziehen
- Abschnittsweise vorgehen – niemals die gesamte Wand auf einmal einweichen
Hinweis: Vor der Arbeit mit dem Dampfreiniger unbedingt Steckdosen und Lichtschalter mit Kreppband abkleben – Nässe und Strom sind gefährlich.
Flüssige Rauhfaser entfernen – So geht es
Flüssige Rauhfaser (auch: Flüssige Raufaser oder Texturputz) ist kein klassisches Tapetenmaterial, sondern wird wie Farbe aufgestrichen. Das Entfernen funktioniert anders als bei normaler Raufasertapete:
- Wand anfeuchten: Flüssige Rauhfaser großzügig mit warmem Wasser einweichen – am besten mit einem Schwamm oder einer Sprühflasche
- Einwirken lassen: 20–30 Minuten warten, bis das Material weich wird
- Abspachteln: Mit einem breiten Flächenspachtel in langen Zügen abschaben
- Wiederholen: Hartnäckige Stellen erneut einweichen und abspachteln
- Wand schleifen: Nach dem Trocknen ggf. Unebenheiten mit Schleifpapier (Körnung 80–120) glätten
Achtung: Flüssige Rauhfaser auf Gipskarton (Rigips) lässt sich oft nicht vollständig entfernen, ohne die Papierschicht zu beschädigen. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen Fachhandwerker zu Rate zu ziehen.
Häufige Fehler beim Raufasertapete entfernen
- Zu wenig Einwirkzeit: Wer zu früh abzieht, reißt die Tapete in kleine Fetzen. Geduld zahlt sich aus.
- Nagelwalze vergessen: Ohne Perforation kommt das Wasser nicht durch die Farbschicht zum Kleister.
- Zu große Flächen auf einmal einweichen: Der erste Abschnitt trocknet wieder an, bevor man ihn abzieht. Besser: Abschnittsweise arbeiten.
- Wand nicht trocknen lassen: Wer zu früh tapeziert oder streicht, riskiert Schimmel im Zwischenraum.
- Strom nicht absichern: Schalter und Steckdosen vor dem Einweichen immer abkleben.
Raufasertapete entfernen lassen – wann lohnt sich der Handwerker?
In manchen Fällen ist es sinnvoll, einen Fachbetrieb zu beauftragen:
- Sehr großflächige Räume (ab ca. 50 m² Wandfläche)
- Sehr alte Tapeten, bei denen der Unterputz beschädigt sein könnte
- Flüssige Rauhfaser auf Gipskartonwänden
- Wenn danach gespachtelt, geglättet oder neu verputzt werden soll
Ein Maler- oder Tapezierbetrieb übernimmt nicht nur das Entfernen, sondern bereitet die Wand direkt für den neuen Belag vor. Das spart Zeit und vermeidet teure Folgeschäden am Untergrund.
Raufasertapete entfernen leicht gemacht
Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Geduld können Sie Raufasertapete, Raufasertapeten und auch flüssige Rauhfaser selbst entfernen. Die entscheidenden Schritte: Boden schützen, Tapete perforieren, gründlich einweichen, abschnittsweise abziehen, Wand trocknen lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will oder große Flächen hat, ist mit einem erfahrenen Handwerker gut beraten.
